Hanau benennt Grab der Puppenmuseumsgründerin Gertrud Rosemann zur Ehrengrabstätte

Hanau benennt Grab der Puppenmuseumsgründerin Gertrud Rosemann zur Ehrengrabstätte
Hanau benennt Grab der Puppenmuseumsgründerin Gertrud Rosemann zur Ehrengrabstätte | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat die Grabstätte von Gertrud Rosemann auf dem Hauptfriedhof offiziell zur Ehrengrabstätte erklärt. Mit der Entscheidung übernimmt die Stadt die Pflege und Unterhaltung der Ruhestätte und würdigt damit das langjährige ehrenamtliche Engagement der Gründerin des Hessischen Puppenmuseums.

Ehrung und städtische Maßnahmen

Oberbürgermeister Claus Kaminsky begründete die Auszeichnung mit der prägenden Wirkung Rosemanns auf das kulturelle Leben in Hanau. Die Stadt hebt hervor, dass sie Rosemanns Beitrag zur kulturellen Bildung und zur völkerverbindenden Arbeit anerkennen wolle. Stadträtin Isabelle Hemsley erklärte, mit der Übernahme der Grabpflege halte die Kommune das Andenken lebendig und würdige ihr außergewöhnliches Wirken.

Die Erhebung der Grabstätte in den Rang einer Ehrengrabstätte erfolgt nach den einschlägigen kommunalen Richtlinien zur Anerkennung von Ehrengräbern. Ab sofort trägt die Stadt die Kosten für Pflege und Unterhaltung des Grabes.

Lebensweg und kulturelles Engagement

Gertrud Rosemann wurde 1922 in Kettwig geboren und wuchs in Wuppertal auf. Nach dem Studium und dem Staatsexamen arbeitete sie als Lehrerin, unter anderem in Frankfurt am Main, bis zu ihrer Pensionierung 1985. 1983 gründete sie das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der historischen Kuranlagen Wilhelmsbad. Das Haus entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Zentrum kultureller Bildung und ehrenamtlichen Engagements.

Bis zu ihrer Übergabe der Museumsleitung im Jahr 1997 leistete Rosemann nach Angaben der Einrichtung etwa 66 700 ehrenamtliche Arbeitsstunden und veröffentlichte zahlreiche Beiträge zu Ausstellungen. Sie starb 2023 im Alter von 100 Jahren.

Internationale Verbindungen und Auszeichnungen

Über das Puppenmuseum knüpfte Rosemann in den späten 1980er Jahren eine kulturelle Verbindung nach Japan. Ein Besuch des damaligen Oberbürgermeisters von Tottori, Masaru Nishio, führte zu einer Ausstellung, die den Grundstein für das Spielzeugmuseum Warabekan in Tottori legte. Aus dem Austausch entstand später eine partnerschaftliche Verbindung der Museen und schließlich 2001 die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Tottori.

Für ihr Engagement wurde Rosemann mehrfach ausgezeichnet. Zu den Ehrungen zählen der Kulturpreis des Main Kinzig Kreises, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Goldene Ehrenplakette der Stadt Hanau, der Preis der Robert Bosch Stiftung für die deutsch japanische Freundschaft und ein japanischer Kaiserorden. Außerdem erhielt sie eine außerordentliche Ehrenbürgerurkunde der Stadt Tottori, eine Würdigung, die zuvor vor allem an Politiker vergeben worden war.

Mit der Ernennung der Grabstätte zur Ehrengrabstätte setzt Hanau nun ein deutliches Zeichen der Anerkennung für Rosemanns langjährigen Einsatz in den Bereichen Kulturvermittlung und internationale Verständigung.

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