Vertreterinnen und Vertreter des Hanauer Stadtschülerrats haben sich im Rathaus mit Bürgermeister und Schuldezernenten Dr. Maximilian Bieri zu einem Gespräch über aktuelle Entwicklungen der Bildungslandschaft getroffen. An dem Austausch nahmen Schülerinnen und Schüler der Lindenauschule und der Hohen Landesschule sowie der hessische Landesschulsprecher Laurenz Spies teil. Im Mittelpunkt standen Schulbauprojekte, der neue Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und Initiativen zur Demokratiebildung.
Schulbau und Kapazitäten
Bieri erläuterte den Anwesenden die zentrale Herausforderung durch steigende Schülerzahlen und den ab diesem Sommer geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Als Antwort darauf nannte er konkrete Bau- und Erweiterungsmaßnahmen an mehreren Standorten. Aktuell seien Arbeiten am Schulzentrum Hessen Homburg und an der Karl Rehbein Schule im Gange, ab Sommer werden auch an der Lindenauschule Baumaßnahmen erwartet.
Die Planungen basierten dem Bürgermeister zufolge auf dem Schulentwicklungsplan, der Daten aus dem Einwohnermeldeamt zugrunde lege. Dabei gebe es Abweichungen zu anderen statistischen Erhebungen wie dem Zensus, die in der Abstimmung berücksichtigt würden. Bieri bezeichnete die Investitionen in Neubauten und Erweiterungen als notwendige Schritte, um angemessene Lernbedingungen zu schaffen.
Demokratiebildung und Partizipation
Der Stadtschülerrat stellte geplante Projekte vor, unter anderem einen Thementag zum Thema Demokratie rund um den 23. Mai, den Tag des Grundgesetzes. Dieser Thementag soll sich sowohl an weiterführende Schulen als auch an Grundschulen richten. Bieri signalisierte Unterstützung für das Vorhaben.
Weitere Themen des Gesprächs waren eine mögliche Zusammenarbeit mit dem im Bau befindlichen Haus für Demokratie und Vielfalt sowie die Idee eines Jugendbeirats als dauerhafte Beteiligungsform. Die Jugendlichen brachten ihre Vorstellungen für mehr Mitwirkung in der kommunalen Bildungspolitik ein.
Kritik an geplanten Kürzungen
Landesschulsprecher Laurenz Spies wies auf geplante Einsparungen bei den Gesamtschulen hin und kritisierte deren Folgen. Bürgermeister Bieri äußerte sich in diesem Zusammenhang deutlich: Er nannte die Kürzungen eine fatale Entscheidung gegen Chancengleichheit und warnte, dass sie vor allem sozial schwächere Schülerinnen und Schüler treffen würden. Solche Maßnahmen seien letztlich ein Sparen an der Zukunft.
Zum Abschluss des Treffens bedankte sich Bieri bei den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement und betonte die Bedeutung, die freiheitliche Grundordnung sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hanau zu schützen und zu stärken.
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