Hanau erinnert an die Bombardierung vom 19. März 1945 und die getöteten Einwohner

Hanau erinnert an die Bombardierung vom 19. März 1945 und die getöteten Einwohner
Hanau erinnert an die Bombardierung vom 19. März 1945 und die getöteten Einwohner | Bild: © Medienzentrum Hanau/Bildarchiv

In Hanau wird am 19. März an die Zerstörung der Stadt durch einen britischen Luftangriff im Jahr 1945 und an die Opfer dieses Angriffs erinnert. In weniger als zwanzig Minuten wurde die historische Innenstadt bei dem Angriff nahezu ausgelöscht. Mehr als 2 000 Menschen verloren nach Angaben der Stadt damals ihr Leben.

Der Angriff und seine Folgen

Der Luftangriff der Royal Air Force traf Hanau in den frühen Morgenstunden des 19. März 1945. Um 4.20 Uhr begann die Bombardierung, die innerhalb kurzer Zeit weite Teile der Innenstadt in Trümmer legte. Die Zerstörung wird in der städtischen Erinnerungskultur als markantes Ereignis der Endphase des Zweiten Weltkriegs betrachtet und hat die lokale Erinnerungspolitik seitdem geprägt.

Gedenkveranstaltungen am 19. März

Die Stadt Hanau und die örtlichen Kirchengemeinden haben für den Gedenktag ein Programm vorbereitet. Traditionell beginnt das Erinnern um 4.20 Uhr mit einem gemeinsamen Geläut der Marienkirche, der Stadtpfarrkirche Mariae Namen und der Wallonisch-Niederländischen Kirche. Um 9 Uhr ist eine Heilige Messe in der Stadtpfarrkirche Mariae Namen im Bangert geplant.

Die zentrale Gedenkveranstaltung findet um 16.30 Uhr auf dem Gedenkfeld des Hauptfriedhofs statt. Musikalisch wird die Veranstaltung von der Hanauer Stadtkapelle begleitet. Die Zeremonie schließt mit einer Kranzniederlegung. Um 19 Uhr beginnt in der Wallonisch-Niederländischen Kirche der Abendgottesdienst Evensong Remembrance. Im Anschluss sind eine Kranzniederlegung und ein Versöhnungsgebet am Mahnmal im Innenhof der Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung an der Französischen Allee vorgesehen.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont, dass die Stadt das Gedenken als Mahnung versteht. Seiner Aussage zufolge darf es nie wieder einen politischen Weg geben, an dessen Ende ein 19. März stehen kann.

Begleitprogramm und weitere Angebote

Das Erinnern wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Vom 16. bis 21. März ist die Bildschirmpräsentation Hanau 19. März 1945 im Kulturforum zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag zwischen 10 und 20 Uhr und am Samstag von 11 bis 18 Uhr.

Am 18. März findet um 18.30 Uhr eine Führung mit Martin Hoppe durch das Neustädter Rathaus im Rahmen des Tages der Demokratiegeschichte statt. Dort wird auch der Film Hanau 1948 gezeigt. Im Elisabeth-Selbert-Saal wird anschließend der Farbfilm Hanau in Trümmern gezeigt. Am 19. März arbeiten der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Markus Häfner, und Schülerinnen und Schüler der Otto-Hahn-Schule an einem Zeitzeugenprojekt zur Kriegs- und Nachkriegszeit.

Am 19. März um 19 Uhr gibt es in der Marienkirche einen Vortrag mit Gespräch von Prof. Dr. Lukas Ohly zur Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands mit dem Titel Welt in Unordnung: Gerechter Friede im Blick. Am 22. März ist um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst zur Aufnahme der evangelischen Stadtkirchengemeinde in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft geplant.

Weitere Informationen zum vollständigen Programm stellt die Stadt unter www.hanau.de zur Verfügung. Ergänzende, ausführliche Informationen zum 19. März 1945 sind auf der Internetseite www.20min-hanau.de abrufbar.

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