Die Stadt Hanau hat ein fortgeschriebenes Integriertes Klimaschutzkonzept vorgelegt, das die Weichen für eine treibhausgasneutrale Stadt bis zum Jahr 2045 stellt. Das Konzept erweitert das bisherige Ziel, die städtische Verwaltung möglichst bis 2040 klimaneutral zu betreiben, auf das gesamte Stadtgebiet und formuliert konkrete Maßnahmen, Bilanzierungsschritte und ein Monitoring. Der Magistrat hat das Konzept bereits gebilligt, die Stadtverordnetenversammlung berät am 9. Februar öffentlich darüber.
Kernpunkte des Konzepts
Das Klimaschutzkonzept ist eine Aktualisierung des ersten Hanauer Konzepts aus 2013 und basiert auf einer aktualisierten Datengrundlage sowie den seitdem umgesetzten Maßnahmen. Es enthält eine detaillierte Treibhausgasbilanz, benennt Einsparpotenziale und Ausbauchancen für erneuerbare Energien und stellt zwei Vergleichsszenarien gegenüber: ein Szenario, das die bisherige Entwicklung fortschreibt, und ein Zielszenario, das die Maßnahmenbündel zur Erreichung der Neutralität abbildet. In einem gesamtstädtischen Beteiligungsprozess wurden in fünf zentralen Handlungsfeldern insgesamt 50 Maßnahmen erarbeitet.
Ausrichtung an Bundes und Landeszielen
Das Konzept orientiert sich an den Vorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes und des Hessischen Klimagesetzes mit der Zielvorgabe einer Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045. Zugleich wird das frühere Ziel von 2019, die Unternehmung Stadt Hanau möglichst bis 2040 klimaneutral auszurichten, weiterverfolgt. Die Verwaltung betont, dass Fortschritte vor allem durch Reduktion vermeidbarer Emissionen, Senkung des Energiebedarfs und den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden können.
Umsetzung, Kontrolle und finanzielle Bedingungen
Das Konzept sieht ein Monitoringkonzept vor, das die Umsetzung der Maßnahmen regelmäßig überprüfbar und transparent machen soll. Es ist als dynamischer Prozess angelegt und soll fortgeschrieben werden. Gleichzeitig machen die Verfasser deutlich, dass die Umsetzung von der Bereitstellung finanzieller Mittel und von Entscheidungen künftiger Haushalte abhängt. Der Magistrat ist beauftragt, die Vorschläge bei der weiteren Mittel und Stellenplanung zu berücksichtigen.
Politische Schritte und Bedeutung für die Stadtentwicklung
Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnet den Klimaschutz als konkrete Verantwortung im Hier und Jetzt und sieht die Stadtverwaltung in einer Vorbildfunktion. Die im Juni 2025 beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie verankert nachhaltige Stadtentwicklung als verbindliche Leitlinie. Hanau betont, dass Klimaschutz in den Bereichen Bildung, Energie, Mobilität und Wirtschaftsförderung als Querschnittsaufgabe zu denken ist und für Lebensqualität und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der wachsenden Stadt in der Rhein Main Region zentral bleibt.
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