Hanau vergibt Ganztagsbetreuung für 16 Grundschulen und fordert vollständige Finanzierung

Hanau vergibt Ganztagsbetreuung für 16 Grundschulen und fordert vollständige Finanzierung
Hanau vergibt Ganztagsbetreuung für 16 Grundschulen und fordert vollständige Finanzierung | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat die Vergabe der Ganztagsbetreuung an allen 16 städtischen Grundschulen abgeschlossen und damit frühe Planungssicherheit für das ab dem Schuljahr 2026/27 geltende bundesweite Rechtsanspruchsverfahren geschaffen. Die Verträge laufen zunächst bis zum Schuljahr 2029/30 und enthalten zwei Verlängerungsoptionen von jeweils zwei Schuljahren, sodass eine maximale Laufzeit von acht Jahren möglich ist.

Vergabe und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Betreuung wurde in einem wettbewerblichen Verfahren als Dienstleistungskonzession ausgeschrieben und für jede Schule separat vergeben. Grundlage der Entscheidung waren vorgelegte pädagogische Konzepte. Alle 16 Schulkonferenzen haben den vorgeschlagenen Trägern im Rahmen ihrer Mitwirkungsrechte zugestimmt. Auch der Magistrat hat zugestimmt und die Stadtverordnetenversammlung fasste in ihrer jüngsten Sitzung einen einstimmigen Beschluss.

Trägerstruktur und Zuordnung

Drei freie Träger werden die Betreuungsleistungen übernehmen. Der Arbeiter Samariter Bund e V ist künftig an den Schulen August Gaul Schule, Brueder Grimm Schule, Eichendorff Schule, Gebeschus Schule, Geschwister Scholl Schule, Heinrich Heine Schule, Theodor Heuss Schule und Tumpelgarten Schule zuständig. Der Träger Kaleidoskop e V betreut die Erich Kaestner Schule, die Friedrich Ebert Schule, die Limesschule, die Pestalozzi Schule und die Wilhelm Geibel Schule. Die Kathinka Platzhoff Stiftung verantwortet die Angebote an der Anne Frank Schule, der Robinsonschule und der Schule im Pioneerpark.

Bundesweiter Anspruch und kommunale Aufgaben

Hintergrund der Vergabe ist der stufenweise eingeführte bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Ab August 2026 gilt der Anspruch zunächst für Erstklässler. In den folgenden Jahren wird er schrittweise bis zur vierten Klassenstufe ausgeweitet. Ziel der Regelung ist es, Betreuungslücken nach der Kita zu schließen, individuelle Förderung zu ermöglichen und Bildungs- sowie Teilhabechancen zu verbessern. Weil die Schulen das Angebot nicht mit eigenem Personal leisten können, ist die Einbindung externer Träger erforderlich.

Finanzierungskritik und Forderungen der Stadt

Die Stadt mahnt eine auskömmliche Finanzierung an. Bürgermeister und Schuldezernent Dr Maximilian Bieri bezeichnet den Rechtsanspruch als bedeutenden Schritt für Familien, verweist zugleich auf die erhebliche organisatorische und finanzielle Belastung für Kommunen und betont, dass die Vergabe Planungssicherheit für Schulen, Träger und Eltern schaffe. Hanau unterstützt die Forderung des Deutschen Städtetages, die vom Bund vorgesehenen Mittel für Betriebskosten vollständig an die Kommunen weiterzugeben. Die Stadt erwartet außerdem, dass das Land Hessen zusätzliche Mittel bereitstellt. Kommunale Vertreter argumentieren, dass die Übertragung von Aufgaben nur mit verlässlicher finanzieller Ausstattung verantwortbar sei.

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